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Opfer oder Ermöglicher – auch bei der Digitalisierung kommt es auf die Einstellung an!

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Bei der Digitalisierung kommt es auf die Einstellung an | Alexander Bode

E ine aktuelle Infografik ist überschrieben mit „Die Opfer des Smartphone-Booms“ und zeigt detailliert auf, welche Geräte unter dem Aufstieg des Smartphones am meisten zu leiden haben. Die Nomenklatur verrät dabei viel darüber, wie wir vor allem in Deutschland neue Technologien ansehen, zunächst einmal etwas, was etwas da gewesenes und liebgewonnenes zerstört. Robotik vernichtet Arbeitsplätze, das Internet vernichtet gedruckte Zeitungen und am Ende wird das autonome Fahrzeug noch die Freude am Fahren zerstören.

Ich finde diese Denkeinstellung beängstigend, zeigt sie doch, wie schnell wir übersehen, was sich durch die neuen Technologien an Möglichkeiten ergeben. Positiv gesprochen, könnte man auch sagen, Robotik übernimmt körperliche Arbeit und sorgt dafür, dass die Arbeitnehmer (die auch in einer automatiserten Fertigung immer noch gebraucht werden) lange gesund bleiben. Das Internet ermöglicht einen Barrierefreien Zugang zu Informationen, überall und in Echtzeit und ist nicht auf die gefilterte Meinung einzelner Zeitungsredakteure beschränkt und das autonome Fahrzeug wird dazu führen, dass wir nochmals einen drastischen Rückgang bei den Verkehrstoten erleben werden.

Diese Beispiele zeigen, es kommt auf die Perspektive an! Zurück zum Beispiel, die genannten elektronischen Geräte sind ja nicht einmal verschwunden, sie sind vielmehr im Gehäuse eines einzigen Geräts, des Smartphones, aufgegangen. Sie sind also eine Brückentechnologie aus der analogen Welt in die digitale Welt und damit nicht das Opfer, sondern eigentlich erst der Ermöglicher!

Schauen wir dazu nochmal ein paar Jahre zurück. Hätte Ihnen jemand in den 1980er Jahren ein modernes Smartphone in die Hand gegeben und ihnen mitgeteilt, dass sie damit ihre Spiegelreflexkamera (mit allem Fotoequipment), ihren kürzlich erworbenen CD-Spieler, ihren umfangreichen Bestand an Faltkarten und ihr Festnetztelefon entsorgen können, wären sie wahrscheinlich wenig begeistert gewesen. So haben wir uns dank der einzelnen Produkte von Mobiltelefon über Navigationsgerät bis MP3-Player langsam an die Digitalisierung herangetastet und diese Geräte Stück für Stück in unser Leben integriert. Die rudimentären Funktion – man erinnere sich nur an die Qualität der ersten digitalen Bilder – wurden sukzessive verbessert und fanden irgendwann zueinander, da im Smartphone eben genau die Funktionen stecken, die wir als Nutzer am häufigsten benötigen.

Neben der technischen Entwicklung übernehmen die einzelnen Geräte also vor allem eine wichtige Funktion im kulturellen Wandel, einzelne Geräte lassen sich besser integrieren als eine All-in-one-Lösung, die auf eine Schlag alles verändert. Man möchte der Grafik also zurufen, ihr seid keine Opfer, sondern Helden, die Ermöglicher der digitalen Revolution.

Die einzigen Opfer dahinter sind Unternehmen, die sich mit einem Produkt oder einer Lösung sicher sind, einen Markt auf Jahrzehnte gewonnen zu haben und nicht mehr nach neuen Lösungen und Angeboten für ihre Kunden forschen. In einer AgilEconomy ist nichts so stetig wie der Wandel und es ist die Verantwortung eines jeden Unternehmens, diesem Wandel mit immer neuen Ideen und Innovationen zu begegnen. Wer dies nicht tut wird aus seiner Sicht „Opfer“, auch wenn man diesem nur entgegen kann, dass dies wohl selbstverschuldet ist.

Und für alle Nostalgiker macht der Blick auf die Musikindustrie Mut, Die CD, deren „Opfer“ einst die Schallplatte war, ist tot, es lebe wieder die Schallplatte, zumindest zeigen die Umsatzzahlen in diesem Segment seit Jahren wieder steil nach oben.

 

Infografik: Opfer des Smartphone Booms