fbpx
Geschäftsmodell
Entwickeln Sie Ihr Geschäftsmodell, ohne Kosten
4. Mai 2020
Digital Leadership – die digitale Transformation gelingt nur mit einer völlig neuen Führungskultur im Unternehmen!
29. Juni 2020

Technologie erweitert die Möglichkeiten!

Technologie

S ie lesen und hören es überall, der digitale Wandel in unserer Gesellschaft beschleunigt sich. Was genau bedeutet das aber für Ihr Unternehmen und wie können Sie dieser Entwicklung folgen? Im unternehmerischen Kontext gestalten Sie den digitalen Wandel dann erfolgreich, wenn Sie das Zusammenspiel eines neuen Geschäftsmodells, digitaler Technologie, neuen Wertschöpfungsketten und einem kulturellen Wandel in der Organisation berücksichtigen. Im BLOG-Artikel aus Mai habe ich bereits wesentliche Aspekte der Geschäftsmodellentwicklung vorgestellt, in diesem Monat widme ich mich der operativen Basis der Organisationspyramide – der Technologie.

Womit fangen Sie morgen an? Tipps und Tricks mit denen Sie Ihre Geschäftsprozesse digitalsieren können.

Technologie ist ein essentieller Bestandteil der Digitalisierung, auch wenn dies nur einen Teilausschnitt des digitalen Wandels einer Organisation abbildet. Die digitale Technologie kann für Unternehmen in vielerlei Hinsicht positiv wirken. Zum einen kommt digitale Technologie in den Unternehmen selbst zum Einsatz und steigert die Prozesseffizienz. Zu beobachten ist dies zum Beispiel in der Fertigungsindustrie rund um das Thema Industrie 4.0 oder durch die Digitalisierung von Verwaltungsabläufen.

Zum anderen findet neue Technologie Eingang in das Produkt- und Dienstleistungsangebot. Mit digitalen Technologien – sei es Hardware oder Software – können Sie einen Mehrwert für Ihre Kunden schaffen. Dazu bedarf es aber eines guten Verständnisses über die Möglichkeiten der Technologie sowie ein Wissen um Innovationen, die auf Basis neuer Technologien bereits entwickelt wurden.

Was genau verbirgt sich hinter der digitalen Technologie?

Blockchain, 3D-Druck, Cloud Computing, IOT (Internet of Things), Virtual oder Augmented Reality, Big Data, Industrie 4.0, Smart Factory und die mittlerweile weit verbreitet Künstliche Intelligenz sind die bekanntesten Technologien und Konzepte. Kommen diese für alle Unternehmen in Frage? Sicherlich nein. Haben sie etwas gemeinsam, was die Unternehmen beachten sollten? Sicherlich ja, das Thema DATEN.

In der digitalen Vision werden die Fertigungsprozesse voll automatisiert und die Datenverarbeitung ermöglicht zu jedem Zeitpunkt einen realen Eindruck von den Geschehnissen. Datenverarbeitung in Echtzeit ist für fast alle digitalen Technologien eine Schlüsselkomponente. Das ermöglicht eine unmittelbare Steuerung entlang des tatsächlichen Produktionsgeschehens.

Durch die Echtzeitüberwachung kann bereits im Prozess die Qualitätskontrolle durchgeführt werden und gleichzeitig Optimierungen der bestehenden Abläufe vorgenommen werden. Fehler und Verschwendungen werden unmittelbar identifiziert und werden abgestellt, das minimiert den Ausschuss, den Überwachungsaufwand und sorgt für weniger Verschwendung.

Gleichzeitig helfen die Datenanalysen einen höheren Servicelevel für die Kunden zu erreichen, zum Beispiel durch vorausschauende Wartung von Maschinen und Anlagen. Algorithmen sind in der Lage, Zustände von Maschinen zu analysieren und Prognosen zu erstellen, wann eine Wartung oder Austausch von Verschleißteilen durchgeführt werden sollte, um einen Ausfall zu vermeiden. Dadurch werden Wartungsintervalle optimiert und ein ungeplanter Stillstand der Produktion vermieden.

Ist die Datenanalyse nicht nur etwas für große Unternehmen?

Zugegeben, die komplexe Erfassung und Auswertung von Produktionsanalagen ist nicht von heute auf Morgen in den Unternehmen verwirklichbar, vor allem der Mittelstand, der über limitierte Ressourcen im Digitalbereich verfügt, mag davon abgeschreckt sein. Dabei können die Datenerfassung und Datenanalyse bereits in kleinen Unternehmen einen unmittelbaren Mehrwert liefern, sofern damit auch ein kultureller Wandel in den Unternehmen verbunden wird.

Dies zeigt das Beispiel des mittelständischen Mess- und Regeltechnikherstellers SAMSON, der mit neuen digitalen Produkten die Kunden bei der Digitalisierung unterstützt. Sie haben klar analysiert, welchen Beitrag ihre Produkte bereits in der Automatisierung der Produktion beitragen. Mit der Integration weiterer Daten auch von Geräten anderer Anbieter über eine eigens gebaute digitale Plattform sind sie nun den Schritt von der Digitalisierung zur tatsächlichen Digitalen Transformation gegangen. Heute bietet SAMSON komplexe Datenauswertung mittels Big-Data-Analyse in den Anlagen ihrer Kunden an und schafft durch Echtzeitüberwachung, Empfehlungen zur Prozessoptimierung und vorausschauende Wartung ein ganz neues Service-Level für ihre Kunden.

Spielt sich die Zukunft nur im virtuellen Raum ab?

Der Mehrwert von Daten wird in vielen Anwendungen offensichtlich und wird teilweise heute schon realisiert. Dabei sollten Unternehmen über die Grenzen des bisherigen Produktportfolios hinausdenken. Ob es ein Möbelhaus ist, was künftig den Kunden aufgrund ihres Einkaufsverhaltens passende Versicherungen anbietet oder ein Tech-Unternehmen, welches basierend auf Künstlicher Intelligenz individuelle Menüs für Büroarbeiter erstellt.

Dennoch sind neue Technologien nicht nur im virtuellen Raum, sondern ganz konkret auch in der physischen Welt hilfreich. Ich möchte dies an zwei konkreten Beispielen aufzeigen:

  1. Ersatzteillager nehmen bei Unternehmen immer noch viel Raum und damit Lagerkapazität und Kapitalbindung in Kauf. Viele Halbfertig- oder Fertigprodukte werden irgendwann doch entsorgt, weil sie vom Kunden nicht mehr abgerufen werden oder nach einer Produktanpassung unbrauchbar sind. Hier bietet sich für Kunststoff oder metallische Bauteile ein 3D-Drucker an. Einzelne Bauteile können auf diese Weise auf Abruf hergestellt werden, ohne dass dazu Lagerkapazitäten in Anspruch genommen werden müssen. Gleichzeitig lässt sich mit demselben 3D-Drucker ein Angebot zum schnellen Anfertigen von Prototypen für die Kunden erstellen.
  2. Die so genannte „Augmented Reality“ kann vielen Unternehmen helfen, das Service-Angebot auszubauen. Im Gegensatz zur „Virtual Reality“, die mittlerweile vor allem im Planungs- und Entwicklungsbereich zum Einsatz kommt, werden in der Augmented Reality Zusatzinformationen virtuell auf vorhandene Umgebungen übertragen. Dies geschieht mit einer Brille, die weiterhin den realen Blick ermöglicht. Diese Technologie kommt mittlerweile zunehmend bei der Wartung von Maschinen und Anlagen zum Einsatz. Das Ziel sollte es sein, künftig keine Monteure mehr durch die ganze Welt zu schicken, nur um einen eintägigen Wartungseinsatz durchzuführen, sondern technisches Personal mit den notwendigen Informationen zentral zu versorgen. Der Monteur vor Ort, erhält alle notwendigen Informationen über die Brille übertragen, gleichzeitig werden Arbeiten an der Maschine dokumentiert.

Womit fangen Sie morgen an?

Vor allem kleine Unternehmen können von digitalen Technologien profitieren. Es gibt ganz einfache Schritte, wie sie Ihre Produktion effizienter machen können oder ihre Produkte digital aufwerten. Wissen Sie zum Beispiel – ohne zählen zu müssen – wie viele Teile Sie auf Lager haben? Kennen Sie die Produktionszeiten für Ihre einzelnen Arbeitsschritte? Und können Sie Ihrem Kunden am Telefon exakt sagen, in welchem Produktionsstatus sich seine Bestellung befindet? Das alles ist möglich, wenn Sie Ihre Organisation darauf einrichten. Das bedeutet keiner wissenschaftlichen Analyse, sondern vor allem ein strukturiertes Vorgehen und den Mut über den eigenen Tellerrand hinauszublicken:

  1. Analysieren Sie den IST-Prozess in Ihrer Fertigung und definieren Sie – ggf. mit externer Unterstützung – den SOLL-Prozess, wie er vollständig digital gesteuert aussehen kann. Wichtig ist, nicht in den beschränkten Möglichkeiten einer Software zu denken, sondern den Prozess als Ganzes zu betrachten.
  2. Identifizieren Sie Einsatzfelder für Datenanalysen, auf der einen Seite in Ihrem Prozess (wo entstehen Daten und wie können Sie diese verwerten?), auf der anderen Seite in Ihren Produkten, die vielleicht heute schon Daten produzieren, ohne dass deren Potenzial genutzt wird.
  3. Nutzen Sie die Innovationen anderer, um die Einsatzmöglichkeiten neuer Technologien in Ihrem Unternehmen zu untersuchen. Sie müssen nicht alles selbst erfinden, sondern können ganz konkret auf Technologien zurückgreifen, die andere bereits in einem ähnlichen Kontext einsetzen.

Das skizzierte Vorgehen ist eine einfache Empfehlung, die sich aber sicherlich nicht in jedem Unternehmen so einfach umsetzen lässt. Dennoch ist es notwendig, sich genau mit diesen Themen zu befassen, wenn Sie den digitalen Wandel in Ihrem Unternehmen vorantreiben möchten. Es liegt jetzt an Ihnen, den nächsten Schritt zu gehen und den Einsatz digitaler Technologien in Ihrem Unternehmen voranzutreiben!

Sie wollen dazu Unterstützung? Dann zögern Sie nicht, mich anzusprechen.