Mobiles Arbeiten – wie Unternehmen und Mitarbeiter von digitalen Technologien im Office profitieren
7. März 2019
Wo steht Deutschland im Bereich Künstlicher Intelligenz und was sollte die deutsche Wirtschaft jetzt tun?
5. April 2019

Open Innovation – wie Unternehmen in der digitalen Transformation von erfolgreichen Unternehmen lernen können

English This post is also available in English: Change language

C hatbots basierend auf künstlicher Intelligenz, autonom agierende und vernetze Roboter sowie Supermärkte ohne Personal sind bereits Realität. Die Möglichkeiten, neue Technologien zu nutzen werden von Tag zu Tag mehr. Während wir als Verbraucher den Komfort neuer Technologien zu schätzen wissen, beschäftigt sich die Diskussion der digitalen Transformation in Unternehmen fast ausschließlich mit der negativen Seite – dem Personalabbau.

Es stimmt, eine digitalisierte und automatisierte Produktion bedarf weniger Mitarbeiter, die den Herstellungsprozess begleiten. Umso wichtiger werden in Zukunft aber die vielen kreative Köpfe, die die Produkte designen und immer neue kundenzentrierte Geschäftsmodelle entwickeln. Diese Kreativität ist ja genau das, was den Menschen von einem Algorithmus unterscheidet. Das Unternehmen muss genau für solche Kreativität den Raum schaffen, der wirkliche, marktverändernde Innovationen möglich macht und muss sich öffnen, um von anderen zu lernen.

Herausforderung für mittelständische Unternehmen

Deutschland ist seit jeher ein Land der Denker und Erfinder, vor allem in produzierenden Branchen weisen tausende von Patentanmeldungen auf eine gute Entwicklung hin. Auch die aktuelle Karte der größten Innovatoren (Quelle brandeins) weist knapp 600 Unternehmen aus ganz Deutschland aus. Besonders stark ist der deutsche Mittelstand, der viele Weltmarktführer beherbergt. Die meisten mittelständischen Unternehmen sind hochspezialisiert und dominieren die eigene Branche schon seit vielen Jahren. Grundstein für den Erfolg dieser Unternehmen ist meist der Erfindergeist der Gründer. Problematisch wird es dann, wenn sich die mittelständischen Unternehmen zu lange auf ihrem Erfolg ausruhen und lediglich inkrementelle Innovationen hervorbringen. Innovativ war, was die bestehenden Produkte leistungsfähiger oder effizienter machte. Unterstützt wurde diese Entwicklung, in dem der Mittelstand durch vergleichsweise hohe Markteintrittsbarrieren geschützt wurde, doch die Digitalisierung bricht diese Barrieren zunehmend auf. Heute kann es passieren, dass ein Gründer mit einer innovativen Geschäftsidee die funktionierenden Geschäftsmodelle einer Branche zerstört und das, obwohl er noch nie davor in dieser Branche tätig war.

Den Elfenbeinturm öffnen

Betroffen sind davon vor allem mittelständische Unternehmen, die keine eigene Strategieabteilung haben, die fortwährend den Markt sondiert und die zu wenig diversifiziert sind. Sie laufen Gefahr eine disruptive Entwicklung erst dann zu erkennen, wenn sie bereits einen großen Teil des Marktes verloren haben.

Um der Gefahr, den Anschluss zu verpassen, zu entgehen, müssen Mittelständler also andere Wege gehen, um weiterhin am Ball zu bleiben und mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Eine wesentliche Kernkompetenz der Zukunft heißt „Kooperationsfähigkeit“! Es ist vor allem für Mittelständler geradezu unmöglich, alle kreativen Ressourcen im eigenen Haus vorzuhalten. Umso wichtiger ist es daher, seine Organisation für die Impulse von außen zu öffnen und über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

Neue Technologien und eine Kultur der Open Innovation

Die Digitalisierung ermöglicht ganz neue Formen der Zusammenarbeit und bedingt gleichzeitig einen kulturellen Wandel in den Unternehmen. Mit dem Open Innovation Ansatz müssen sich Unternehmen an ihrer sensibelsten Stelle öffnen, um am Ende von der Erfahrung und der Zusammenarbeit mit anderen zu profitieren.

Konkret bieten sich folgende Schritte für den Aufbau einer modernen Unternehmensorganisation an:

  1. Schaffen Sie ein Ökosystem / Netzwerk mit anderen Unternehmen, in dem sich ihre Mitarbeiter austauschen können, dazu zählen explizit auch Verbindungen zu Startups und innovativen Gründern. Virtuelle Methoden helfen dabei, das Wissen im Unternehmen so aufzubereiten, dass es für andere gut verfügbar ist. Und für die Unternehmer bedeutet dies, haben Sie keine Angst vor dem Kontrollverlust! Nur Mitarbeiter, die frei und kreativ denken dürfen, haben das Potenzial ganz neue Ideen zu entwickeln und damit das Unternehmen voran zu bringen.
  2. Co-Location, schauen Sie auch mit Ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilung über den Tellerrand hinaus. Es muss ja nicht gleich das Innovation-Center in den USA sein, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie für open innovation Prozesse die richtigen Partner finden, erhöht sich natürlich, wenn Sie den Suchradius vergrößern.
  3. Unterstützen sie die Mitarbeiter bei der Realisierung neuer Ideen zum Beispiel durch die Einrichtung eines internen Startup-Inkubators. Ausgestattet mit einem Budget und einer zeitlichen Vorgabe haben die Mitarbeiter die Möglichkeit eine eigene Idee bis zur Markreife zu entwickeln. Durch eine wettbewerbliche Gestaltung wird diese Idee von Anfang an einer Überprüfung unterzogen.
  4. Schaffen Sie Räume für eine enge Kundenzentrierung, zum Beispiel in so genannten Co-Creation Centern. Der Kunde weiß schließlich am besten was er benötigt und kann seine Bedürfnisse perfekt in den Entwicklungsprozess einbringen. In gemeinsamen Workshops und anhand konkreter Projekte haben Sie so immer ein Ohr am Kunden.

Womit fangen Sie morgen an?

Wie oben aufgezeigt, lassen sich disruptive Innovationen nicht erzwingen. Sie entstehen vielmehr dann, wenn Ihre Mitarbeiter Freiräume spüren, in denen neue Ideen wirklich gewollt und willkommen sind. Durch den Aufbau von Innovationszentren mit externen Partnern und die Kooperation zum Beispiel mit Startups kann eine Kultur der Open Innovation entstehen.

Verlieren Sie keine weitere Zeit und fragen Sie ihre Mitarbeiter, welche Form von Freiräumen sie sich wünschen und was aus ihrer Sicht eine geeignete Unterstützung wäre.

________________________________________________________________________________

 

Digitization enables completely new forms of cooperation and at the same time brings about cultural change in companies. With the Open Innovation approach, companies must open themselves at their most sensitive point in order to benefit from the experience and cooperation with others. In concrete terms, the following steps can be taken to build a modern business organization:

  1. Create an ecosystem/network with other companies in which your employees can exchange ideas, explicitly including connections to start-ups and innovative founders. Virtual methods help to prepare the company’s knowledge in such a way that it is readily available to others. And for entrepreneurs this means that they are not afraid of losing control! Only employees who are allowed to think freely and creatively have the potential to develop completely new ideas and thus advance the company.
  2. Co-location, also look beyond your own nose with your research and development department. It doesn’t have to be the Innovation Center in the USA, but the probability that you will find the right partners for open innovation processes naturally increases if you expand the search radius.
  3. Support your employees in realizing new ideas, for example by setting up an internal startup incubator. Equipped with a budget and a time schedule, employees have the opportunity to develop their own ideas to market maturity. By means of a competitive design, this idea is subjected to a review from the very beginning.
  4. Create space for close customer centricity, for example in so-called co-creation centres. After all, the customer knows best what he needs and can bring his needs perfectly into the development process. In joint workshops and on the basis of concrete projects you always have an ear on the customer.

 >> Start tomorrow: ask your employees what kind of free space they want and what they think would be appropriate support.