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Auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft – was die Unternehmen beim kulturellen Wandel berücksichtigen sollten

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D ie Menschheit ist seit jeher einem Wandel unterworfen, dieser vollzieht sich in der meisten Zeit stetig, manchmal aber auch „disruptiv“ (zum Beispiel bei Revolutionen). Aktuell ist es die Digitalisierung, die unseren Wandel treibt. Wobei hier noch nicht klar ist, ob es der Auftakt eines Zustands stetigen schnelleren Wandels ist oder ob wir eines Tages auf die aktuelle Phase als eine Revolution zurückblicken werden. Fest steht aber, keiner kann sich der digitalen Transformation unserer Gesellschaft entziehen, dies gilt in besonderem Maße für die Unternehmen, die in der Gesellschaft ihre Kunden und Mitarbeiter haben.

Die Vision einer digitalen Gesellschaft ist eine völlig vernetzte, transparente und offene Form des Zusammenlebens, grenzüberschreitend. Digitalisierung nimmt uns dabei nicht nur schwere Arbeit ab, zum Beispiel über Robotik, sondern hilft uns darüber hinaus Entscheidungen zu treffen und unser Leben zum Beispiel hinsichtlich der Gesundheit zu optimieren. Das Besondere an der aktuellen Entwicklung ist, dass unsere bislang analoge Welt vollständig digitalisiert und damit ein primär technischer Vorgang mit einem Prozess des sozioökonomischen Wandels kombiniert wird.

Der Wandel vollzieht sich dabei nicht in allen Bereichen gleichzeitig, aber betrifft letztendlich alle Wirtschaftsbereiche, ebenso wie die Politik, die Medien und schließlich unser Privatleben. In den Unternehmen wachsen völlig neue Organisationsformen und es entsteht eine Plattformökonomie, die die Bedürfnisse der Konsumenten als Individuum befriedigen können. Gleichzeitig erleben wir parallel zur Individualisierung immer größere Online-Gemeinschaften, die ihre Ansichten und Botschaften global teilen und damit den Druck auf einzelne Wirtschaftssysteme erhöhen.

Für viele Unternehmen, vor allem im für Deutschland wichtigen Mittelstand, ist die Digitalisierung ein Thema, in dem sie keine Vorreiterrolle einnehmen. Wie die Befragung der Geschäftsführer aufgeschlüsselt nach Größen zeigt, hängen viele Unternehmen bei der Digitalisierung hinterher, bzw. haben noch keine zukunftsfähigen Geschäftsmodelle für eine digitale Welt gefunden.

 

Der Herausforderung DIGITALISIERUNG stellen

Die Digitalisierung führt zu einer neuen Vermessung und Vernetzung aller Subjekte, angefangen von den Menschen bis hin zu den Maschinen in der Fertigung. Alles kommuniziert mit allem ist die Vision und wir sind mit dem Internet of Things schon auf dem Weg dorthin. In vielen Bereichen der Gesellschaft beobachten wir heute schon völlig veränderte Kommunikationsformen und die Entstehung eigener Ideologien. Wissen wird völlig anders und dauerhaft zur Verfügung gestellt und die viel geforderte Transparenz ist heute bereits ein Hygienefaktor. Die deutsche Arbeits- und Wirtschaftskultur aber fremdelt noch mit der Wissensgesellschaft und deren Möglichkeiten aber auch Anforderungen.

Dabei bedeutet die Digitalisierung nicht, dass alles künftig im virtuellen Raum stattfindet. Vielmehr ist mit einer Zunahme der Digitalisierung auch immer mehr reales Handeln notwendig. Möglich wird das, wenn digitale Technologie das reale Handeln ergänzt. Für Unternehmen stellt sich die große Herausforderung „kulturell neue Schaltkreise einzuziehen, neu zu denken und neu zu interagieren”, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von CAPGEMINI.

Wichtig ist, dass Unternehmen genau wissen, wo sie stehen. Es reicht in Zukunft eben nicht mehr aus, einzelne Produkte oder Prozesse zu verbessern. Unternehmen müssen sich die Frage stellen, wie sie in der Lage sind, digitale Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Wie sind Unternehmen aktuell schon aufgestellt, zum Beispiel im Bereich der Datensammlung und Datenverwertung? Welchen Beitrag kann ihr Produktportfolio zu einer Plattformökonomie leisten und welche Produkte fehlen? Die Antworten auf diese Fragen können Leitplanken für die Entwicklung einer Digitalstrategie für die Unternehmen sein. Ohne eine Digitalstrategie besteht ein Zustand der Orientierungslosigkeit, der schnell zu einer Überforderung von Unternehmen und Mitarbeitern führen kann.

Digitalisierung ersetzt nicht das Denken

Das Besondere am Menschen ist seine Fähigkeit zu Denken und kreative Lösungen vor allem in Interaktion mit anderen Menschen zu erarbeiten. In einer beschleunigten Welt, die immer schnellere Entscheidungen mit Hilfe automatisierter Prozesse erzwingt, ist es genau dieses bewusste Nachdenken, was am Ende zu besseren Lösungen führen kann. Wichtig ist, dass diese Denkprozesse offen und transparent sind, dadurch entsteht die Möglichkeit, gemeinsam mit Anderen ganz neue Lösungswege zu erkunden. Dies bedeutet, dass Unternehmen untereinander offen kommunizieren sollten, aber umso wichtiger ist der unternehmensübergreifende Austausch. Die immer komplexer werdenden Produkte, vor allem im Softwarebereich, lassen sich für traditionelle Fertigungsunternehmen nicht mehr einfach selbst entwickeln. Dies fängt oftmals schon bei fehlender IT-Ausstattung an und endet spätestens bei den vorhandenen Mitarbeitern, die nicht über die notwendigen IT-Kompetenzen verfügen.

Open Innovation ist daher ein ganz wichtiges Element für ein digitalisiertes Unternehmen. Darüber hinaus ermöglicht dies den Zugriff auf noch mehr Daten und damit auf tiefergreifende Erkenntnisse. Auch wenn der Prozess des Nachdenkens und kreativen Entwickelns von Lösungen zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil führen kann, sind die Datengewinnung und Datenverarbeitung ein wesentliches Element eines digitalen Unternehmens.

Womit fangen Sie morgen an?

Die Schritte zum digitalen Unternehmen verlangen keine 7-Meilen-Stiefel, es ist vielmehr ein guter Laufschuh notwendig, mit dem man einen Ausdauerlauf bestreiten kann. Anfangen ist in jedem Fall besser, als aus falscher Ehrfurcht gar nichts erst zu unternehmen. Konkret könnten die nächsten Schritte sein:

  • Analysieren Sie Ihren Status-quo und entwickeln Sie ein digitales Leitbild, bzw. eine digitale Roadmap
  • Binden Sie Ihre Mitarbeiter mit all ihren (digitalen) Kompetenzen und Meinungen mit ein
  • Verschaffen Sie im Unternehmen dem Thema Daten einen hohen Stellenwert
  • Suchen Sie gezielt nach Innovationskooperationen, entweder im akademischen Umfeld oder direkt mit innovativen Gründern und Startups

Für Digitalisierung gibt es keine Universalstrategie, aber viele Wege, die zum Erfolg führen können. Je schneller man die Richtung kennt und losläuft, desto eher kann das Unternehmen wieder digitaler Vorreiter werden, denn einen Vorteil hat das digitale Zeitalter, es ist nichts mehr konstant, außer die stetige Veränderung.

#einfachmachen.